Dessertwein Ratgeber

 
Sind Sie eher ein süßer Typ, der auf sein Dessert nicht verzichten kann oder mögen Sie lieber als Abklang etwas Schärferes? Dann haben Sie die Qual der Wahl, entweder Sie wählen einen süßen Dessertwein  oder einen herben Kräuterschnaps. Aber stecken Sie die Dessertweine nicht alle in die gleiche Schublade. Je nach Herstellungsart können nämlich Weine mit unterschiedlichen Geschmäckern entstehen, von sehr süß bis sogar trocken. 
 
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Weintypen

Allgemein werden zwei Typen von Dessertweinen unterschieden: alkoholverstärkte und natursüße Weine. Sie alle weisen einen höheren Alkoholgehalt als normale bzw. durchgegorene Weine aus. Werden sie in der EU hergestellt, so müssen Sie einen Alkoholgehalt von mindestens 16-22 % enthalten. Dessertweine können aus roten oder aus weißen Trauben erzeugt werden.

Alkoholverstärkte Weine

Bei alkoholverstäkten Dessertweinen, auch als gespritete Weine bezeichnet, wird die Gärung durch die Zugabe von Alkohol oder eingedicktem und gespritetem Most, auch als Weindestillat bekannt, gestoppt. Der Alkohol tötet die Hefen ab und so bleibt im Wein eine hohe Restsüße bestehen. Die so entstehenden Dessertweine sind meist fruchtsüß oder trocken.

Dessertweine, die gar nicht bzw. wenig vergoren wurden:

  • Mistelle Dessertwein  - Dessertwein, der gar nicht bzw. nur wenig gegärt wurde und sich durch eine fruchtige Süße auszeichnet.

Dessertweine, deren Gärung gestoppt wurde:

  • Banyuls  - ein roter Dessertwein aus Frankreich, der im Alter eine braune Farbe bekommt. Der Geschmack erinnert an Rosinen, Nüsse und Pflaumen. Dieser einerseits fruchtsüße Wein hat andererseits einen eher trockenen Abgang, weswegen er sich auch gut als Aperitif eignet.
  • Commandaria  - der aus dem südwestlichen Teil von Zypern stammende Süßwein ist alkoholstark und extraktreich. Seine Farbe variiert je nach Mischungsverhältnis der Grundweine von bernsteinfarben bis dunkelrötlichbraun. Oft ein Durchschnittsprodukt, bei einer guten Qualität allerdings entwickelt er Aromen nach Kaffee, Kirschen, Trockenfrüchten und Waldbeeren.
  • Madeira - ein wichtiger Dessertwein aus Portugal, der fruchtsüß schmeckt und dessen Farbe zwischen Bernstein bis dunklem Bernstein reicht. Ein bekannter Madeira Dessertwein ist Justinos Henriques Fine Rich Madeira. 
  • Maury - die alkoholstarken Weine (14-18 %) weisen eine rubinrote Farbe und fruchtige Süße auf und schmecken nach Brombeeren, Johannisbeeren und Trauben. Das Aroma erinnert an trockenes Holz und Kräuter. Tipp: Junge 5-10 jährigen Maury-Dessertweine sollten bei Kellertemperatur getrunken werden. Bekannte Maury Dessertweine sind u. a.: Maury Grande Réserve  und Maury Vintage
  • Moscatel de Setubal  - ein alkoholstarker Wein aus Portugal mit angenehmer Süße. Typisch ist dessen Geschmack nach Muskat, kann aber auch Aromen nach Orangen, Zimt und Koriander entfalten.
  • Muscat de Rivesaltes  - der aus Frankreich stammende Süßwein ist rot bis bernsteinfarben. Diese fruchtsüßen Weine entfalten in der leichteren Version Aromen nach Zitronen und Honig, in der reicheren Version nach Orangen und sind leicht bitter.
  • Portwein  - ein schwerer Dessertwein aus Portugal, dessen Gärung gestoppt wurde. Er wird sowohl fruchtsüß oder auch trocken gekeltert.

Dessertweine aus durchgegorenem Most:

  • Sherry  - ein spanischer Dessertwein. Nach vollendeter Gärung wird der Weißwein mit Branntwein auf 15-19,5 % Alkoholgehalt verstärkt. Charakteristisch für diesen Süßwein ist sein Aroma nach Mandeln, Hefe sowie Hasel- und Walnüssen.

Natursüße Weine

Bei natursüßen Dessertweinen wird ein Traubenmostkonzentrat aus sehr reifen, überreifen Trauben und sogar aus Trauben mit Edelschimmelbefall vergoren. Durch den hohen Zuckergehalt im Most wird bei der Gärung mehr Alkohol als bei üblichem Wein produziert. Der Alkohol tötet die Hefen im Wein, welche dann nicht den gesamten Zucker in Alkohol umwandeln können. Dadurch bleibt im Wein eine hohe Restsüße über. Natursüßen Dessertweine weisen im Vergleich zu alkoholverstärkten Weinen einen höheren Gehalt an Zucker und einen niedrigeren Gehalt an Alkohol auf.

Dessertweine aus überreifen bzw. edelfaulen Trauben:

  • Auslese  - der meist als Riesling Auslese  bekannte Prädikatswein kann von feinherb über fruchtsüß bis hin zu edelsüß variieren und weist einen fruchtigen Geschmack auf.
  • Ausbruch  - der zu der hochqualitativen Weinkategorie, Prädikatswein, gehörende Dessertwein, wird aus weißen Trauben hergestellt und zeichnet sich durch eine edle Süße aus.
  • Beerenauslese  - ein deutscher Prädikatswein, der meist goldfarben ist, eine reife Süße hat und ein unverwechselbares Aroma nach Edelfäule entfaltet.
  • Kabinett  - ein Dessertwein mit dem deutschen Siegel Prädikatswein. Nur anzutreffen an der Mosel, Saar und Ruwer. Es handelt sich hierbei überwiegend um leichte, restsüße Rieslinge.
  • Monbazillac  - der aus Frankreich stammende edelsüße Dessertwein, wird aus weißen Weintrauben der Rebsorten Muscadelle, Sémillon und Sauvignon Blanc gewonnen.
  • Sauternes  - berühmter, französischer, edelsüßer Dessertwein aus weißen edelfaulen Trauben.
  • Spätlese  - ein Dessertwein mit dem Prädikat für Qualitätsweine. Natürlicher, restsüßer Dessertwein, der in der letzten Zeit auch in der Version „trocken” ausgebaut wurde. 
  • Tokaji  - ein ungarischer, weißer Dessertwein mit einem edelsüßen Geschmack.
  • Trockenbeerenauslese  -ist ein Prädikat für Qualitätswein. Die erst im trockenen Zustand gelesenen Trauben ergeben einen einzigartigen, alkoholarmen (5-8 %) Dessertwein mit einem hohen Gehalt an traubeneigenem, unvergorenem Zucker und einer ausgezeichneten Säure. Sie sind meist bernsteinfarben und können 100 Jahre und länger lagern.

Dessertweine aus gefrorenen Trauben:

  • Eiswein  -  ein edelsüßer Wein mit einer frischen Säure. Kann aus roten, ist dann roséfarben, oder aus weißen Trauben erzeugt werden.

Dessertweine aus getrockneten Trauben:

  • Passito  - ein zu Strohweinen gehörender Dessertwein, in Österreich auch unter dem Namen Schilfwein bekannt. Je nachdem aus welchen Trauben er gewonnen wird, rot oder weiß, kann die Farbe von goldgelb über bernsteinfarben bis hin zu rötlichbraun variieren. Die Weine sind meist süß und haben einen hohen Gehalt an Alkohol. Die berühmtesten Passito-Weine sind Malvasia delle Lipari und Montefalco Sagrantino

Weitere Informationen

Wie sollte der Wein gelagert werden?

  • Dessertweine eignen sich gut auch für eine längere Lagerung. Denn ein hoher Zuckergehalt im Wein verhindert ein zu schnelles Vergären des Weines und verlängert damit seine Haltbarkeit.
  • Die optimale Lagertemperatur sollte zwischen 10-18 °C liegen und die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 60-80 % betragen.

Wie sollte der Wein serviert werden?

  • Weiße Dessertweine sollten Sie gekühlt servieren, rote bei Raumtemperatur bzw. leicht gekühlt.

Wann sollte der Dessertwein getrunken werden?

  • Ein Dessertwein passt, wie der Name schon sagt, sehr gut zu Nachspeisen. Allerdings sollten Sie aufpassen, dass die Nachspeise nicht süßer als der Wein ist.
  • Er schmeckt hervorragend zu Obst oder Gebäck, wie z. B. Mandelgebäck. Ganz klassisch wird er serviert mit italienischen Mandelkeksen, Cantuccini.

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Weingläser

Externe Links

  • Dessertweine.de: Alles über die verschiedenen Typen von Dessertweinen finden Sie hier.