Die Kunstfigur Russell Brand
Kontrovers, schmerzfrei und exaltiert. Der Selbstdarsteller Russell Brand weiß sich in Szene zu setzen. Ob er sich als Osama Bin Laden verkleidet oder mit Aussagen wie "Justin Bieber
sollte Drogen nehmen" Schlagzeilen macht, Brand polarisiert.
Kindheit und Jugend
Geboren im konservativen Grays, Essex, wuchs Brand als einziges Kind von Barbara Elizabeth und Ronald Henry Brand auf. Sein Vater verließ die Familie jedoch früh, so dass der kleine Russell bei seiner Mutter aufwuchs. Als diese an Krebs erkrankte, zog Brand zu Verwandten. Bereits in jungen Jahren hatte der Comedian mit düsteren Erlebnissen zu kämpfen. Als er sieben Jahre alt war, wurde er von seinem Nachhilfelehrer sexuell missbraucht. Mit 14 Jahren erkrankte er an Bulimie
. Innerlich aufgewühlt, schmiss Brand nur zwei Jahre später die Schule und zog von zu Hause aus. Er begann seine Drogenkarriere, rauchte Joints, nahm Heroin und besuchte regelmäßig Bordelle. In die Welt der gekauften Liebe wurde er, man höre und staune, von seinem Vater eingeführt. Brand Senior hatte scheinbar sehr unkonventionelle Vorstellungen von Kindererziehung. Über die Beziehung zu seinem Vater sagt der Star: "Wir hatten immer eine komische Beziehung zueinander, ich sah ihn nur selten. Während eines Urlaubs in Thailand, nahm er mich zum ersten Mal mit in ein Bordell." Brand schrieb sich an der Italia Conti Academy ein, flog aber bereits im ersten Jahr raus. Noch tiefer in den Drogensumpf gerissen, machte er vier Jahre später eine Aufnahmeprüfung am Drama Centre London. Auch hier wurde er aufgrund seines Verhaltens exmatrikuliert, als er ein Glas auf seinem Kopf zerschlug und sich mit den Scherben in Brust und Arme schnitt. Diese selbstzerstörerische Reaktion wurde durch Kritik an seiner Darstellung ausgelöst. Brand war damals schwer alkohol- und heroinabhängig, manisch-depressiv und litt unter autoaggressivem Verhalten. Diese Erfahrungen verarbeitet Brand in seinem autobiographischen Buch mit dem infantilen Titel "My Booky Wook". Das Buch ist nicht nur in seiner Heimat England ein Bestseller, sondern auch in den USA auf der New York Times Bestseller-Liste vertreten.
Eigenmarke Russell Brand
"Mein Leben ist nur eine Serie peinlicher Momente aneinandergereiht dadurch, dass ich anderen Leuten davon erzähle." Genau das ist Russell Brands Beruf. Er ist weder Schauspieler, Schriftsteller, Moderator noch Stand-Up. Obwohl all diese Berufe zu seinem Repertoire gehören, ist die Person Russell Brand das eigentliche Produkt. Provokateur ("George Bush
dürfte in England nicht einmal eine Schere in der Hand halten.") und Womanizer (wurde drei Mal in Folge zum "Shagger of the Year" gewählt): Russell Brand nimmt kein Blatt vor den Mund.
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Begonnen hat Brand als Stand-Up. Bei einem Contest im Hackney Theatre in London, wurde er zwar nur vierter, weckte aber das Interesse eines Agenten. Im selben Jahr (2000) bekam er einen Job als VJ bei MTV und wurde gefeuert, als er nach den Ereignissen vom 11. September als Osama Bin Laden verkleidet zur Arbeit erschien. Schwarzer Humor gepaart mit einem Hauch von Geschmacklosigkeit ist Brands Rezept und offensichtlich schmeckt es vielen. Er sagt, was sich andere nicht zu sagen trauen und hat keine Angst vor Konfrontationen. Geht er zu weit, entschuldigt er sich, nur um kurz darauf den nächsten Affront zu landen. Auch seinen eigentlichen Durchbruch hat er einem Skandal zu verdanken, dem "Sachs-Skandal." 2006 moderierte Brand eine Radiosendung bei der BBC, ein häufiger Gast dort war Jonathan Ross, ein englischer Radio- und Fernsehmoderator, bekannt für seinen bissigen Humor. Für die Sendung vom 18. Oktober 2008 war ein Telefon-Interview mit dem englischen Schauspieler Andrew Sachs vorgesehen. Als Sachs den Hörer nicht abnahm, sprachen Ross und Brand ihm auf den Anrufbeantworter. So weit so gut. Das Problem an der Sache: Brand und Sachs Enkeltochter kannten sich offenbar, sagen wir "besser," was Jonathan Ross dazu verleitete taktlose Kommentare über die Natur der Affäre abzugeben.The Mail on Sunday, eine englische Zeitung, griff die Story auf und löste den Skandal aus. Das Resultat war, dass Brands Tage als Moderator der Sendung gezählt waren, aber seine Tage als Star hatten gerade erst begonnen. Er moderierte die VMA's, schrieb zwei Bücher, tourte mit seinem Stand-Up-Programm Russell Brand: Scandalous durch die UK, Australien und die USA und drehte von 2007- 10 fünf Filme. Russell Brand nimmt sich ernst, aber nicht zu ernst. "Ich höre immer wieder eine Stimme in meinem Kopf, die sagt: "Du bist der Messias, du bist der Messias." Ich glaub, da stimmt was nicht mit meinen Kopfhörern." |
Medien-Erfolge
Schriftsteller, Komiker, Schauspieler, Moderator und doch eigentlich nur er selbst. Der skurrile Charakter ist an sich eine Kunstfigur. Im Unterschied zu Sascha Baron-Cohen zum Beispiel, der Alter Egos erfindet, ist Brand als Mensch schräg genug um Beachtung zu finden, genau deshalb hat der Verlobte von Katy Perry auch kein Alter Ego nötig. Hier einige seiner größten Erfolge zum käuflichen Erwerb.
Weitere Projekte
- Moderation
- MTV Dancefloor Chart (2000)
- RE:Brand (2002)
- Big Brother's Big Mouth (2004-2007)
- 1 Leicester Square (2006)
- The Russell Brand Show (2006)
- NME Awards (2006)
- Russell Brand's Ponderland (2007)
- MTV Video Music Awards (2008/9)
- Filme
- St. Trinian's(2007)
- Penelope (2008)
- Forgetting Sarah Marshell (2008)
- Bedtime Stories (2008)
- Get him to the Greek (2010)
- Despicable me (2010)
- The Tempest (2010)
- Drop Dead Fred (2011)
- Arthur (2011)
- Hop (2011)
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